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vermutlich die Methyltransferase MttB (Ferguson & Krzycki, 1997). Die
Demethylierung des TMA führt zum DMA, das weiter zum MMA demethyliert werden
kann. Ob man sich eine ähnliche Kaskade bei der Erschließung des DMSe vorstellen
kann, konnte nicht geklärt werden. Eine Beteiligung an der Erschließung wurde nur
für die Methyltransferase SdmC und dem Corrinoid-Protein SdmA angenommen.
Substratspezifische Methyltransferasen wurden im Genom von M. voltae nicht
gefunden, jedoch weitere, die ebenfalls Sequenzidentitäten mit MtbA, MtsA oder
MtmA aufwiesen. Die substratspezifischen Methyltransferasen sind jedoch nicht
immer erforderlich, wie bei der Demethylierung des DMS gezeigt wurde (Tallant &
Krzycki, 1997; Tallant et al., 2001). Ferner wurde in der vorliegenden Arbeit über ein
Yeast-Two-Hybrid-System nach möglichen Interaktionspartnern zu SdmC gesucht.
Dies scheiterte daran, dass das verwendete System auf M. voltae nicht anwendbar
war. Würde die Erschließung des DMSe in zwei Schritten über das Methanselenol
erfolgen, dann müsste noch ein zweites Corrinoid-Protein-Gen im Genom vorhanden
sein oder aber SdmA wäre der Akzeptor der Methylgruppen beider Substrate.
Ferner wäre es nicht ungewöhnlich, wenn die Methylgruppen des DMSe in M. voltae
zu Methan reduziert werden würden. Beispielsweise wurde Methanbildung bei der
Zugabe von DMSe zu anaeroben Bodenproben beobachtet (Ansede & Yoch, 1997;
Zehr & Oremland, 1986). Die Autoren hatten Hinweise darauf, dass dafür
methylotrophe Methanoarchaeen verantwortlich sein könnten, welche auch das DMS
als Substrat nutzen. Ob diese das DMSe tatsächlich als Selenquelle erschließen,
wurde dort nicht geklärt.
In der vorliegenden Arbeit wurde daher versucht, die Methanbildung
gaschromatographisch bei Zugabe von DMSe zu einer Zellsuspension aus einer
Selenmangelkultur von M. voltae zu messen. Dabei wurde angenommen, dass
Verunreinigungen des DMSe mit anderen Selenverbindungen dazu führen könnte,
dass die Synthese der Proteine SdmA und SdmB bei einer DMSe-Konzentration von
100 µM und darüber inhibiert wäre. Deshalb wurde zu der Zellsuspension das DMSe
zu einer Endkonzentration von nur 10 µM zugegeben und die Zellen mit Wasserstoff
überschichtet und für 24 h inkubiert. Anschließend konnte unter den gewählten
Messbedingungen keine Methanbildung festgestellt und nicht bestätigt werden, dass
die Methylgruppen bei der Erschließung des DMSe in M. voltae zu Methan reduziert
werden.
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